Stimmen zum Film


Prof. Dr. Martin Kraft, Marburg

Und sie fliegen wieder, Deutschlands wilde Vögel. Nach dem erfolgreichen ersten Teil des Dokumentarfilms „Deutschlands wilde Vögel“ von Filmemacher Hans-Jürgen Zimmermann, der uns in 10 verschiedene Beobachtungsgebiete Deutschlands führte, nimmt Herr Zimmermann uns diesmal mit auf eine Reise, die in den Alpen beginnt und auf der Nordseeinsel Helgoland endet. Es werden insgesamt 8 Beobachtungsgebiete und deren charakteristische Vogelwelt vorgestellt. Sehr beeindruckend sind die Szenen der an Menschen gewöhnten Alpendohlen am Nebelhorn, denn ihre freche Intelligenz macht sie zu sehr sympathischen Begleitern von Bergsteigern, Wanderern und Touristen, die einfach mal relaxen wollen. Nicht minder begeisternd sind die vielen Limikolen in den Rieselfeldern bei Münster und am Dümmer. Dabei gelangen Herrn Zimmermann einzigartige Aufnahmen von der Balz der hübschen Uferschnepfen und den quirligen Rotschenkeln. Diese Wiesenlimikolen sind vielerorts sehr selten geworden, aber dort gibt es sie noch.

Herr Zimmermann zeigt nicht nur für sich sprechende Bilder, sondern er weist auch immer wieder darauf hin, dass unsere Vogelwelt erhalten werden muss. Zu den schönsten Vögeln zählen zweifelsfrei Bienenfresser und Wiedehopf, die im Kaiserstuhl hervorragende Bedingungen vorfinden, um dort zu brüten. Dabei kommen wir einem Wiedehopf besonders nahe und erhalten Einblick in sein sonst recht verborgenes Leben. Das gilt auch für die bei Wiesbaden zahlreich brütenden Weißstörche, deren Bestände sich in den letzten Jahren gut erholt haben. Für mich persönlich ist es immer ein besonderes Erlebnis, wenn ich die großen Keile fliegender Kraniche sehe und deren wehmütige Rufe höre, denn mit dieser bei uns in Hessen regelmäßig durchziehenden Vogelart bin ich groß geworden.

In der Diepholzer Moorniederung filmte Herr Zimmermann im warmen Abendlicht zehntausende dieser majestätischen Vögel, deren Schlafplatzflüge immer wieder sehr faszinierend sind. Die erlebnisreiche Reise, die einem als Zuschauer zeitweise das Gefühl gibt, selbst zu fliegen, endet auf der Hochseeinsel Helgoland, die für viele Zugvögel in der oft stürmischen Nordsee wie ein Rettungsanker wirkt. Hier kommen wir den balzenden Basstölpeln besonders nahe, deren Flugkünste und Jagdmethoden kaum zu überbieten sind.

Es ist auch immer wieder schön, wenn neben den vielen Vögeln auch auf bekannte und malerische Kulturstätten aufmerksam gemacht wird, denn auch das gehört dazu, wenn man Vögel an wichtigen Plätzen Deutschlands beobachten will.

Herrn Zimmermann ist es auch diesmal wieder gelungen, uns mit zauberhaften Bildern zu verwöhnen, aber genug der Beschreibung – genießen sie es selbst auf den Großleinwänden der Kinos. Es lohnt sich!


Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte

Auch Deutschlands wilde Vögel - Teil 2 ist wieder ein echtes Film-Highlight. Faszinierende Bilder erinnern uns, welche Naturschauspiele wir direkt vor der Haustür erleben können. Ein absolutes Muss für jeden Naturliebhaber.